Für wen lohnt sich eine private Krankenversicherung?
Wer den Beruf wechselt, sich selbstständig macht, ein Studium beginnt oder verbeamtet wird stellt sich die Frage: Was bietet mehr Vorteile – eine gesetzliche oder eine private Krankenversicherung? Hier finden Sie die Antworten.
Beamte und Selbstständige haben die freie Wahl
Selbstständige und Beamte, die bisher freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert waren, können jederzeit zu einem privaten Anbieter wechseln, egal wie hoch ihr Einkommen ist. Diese Freiheit haben außerdem Arbeitnehmer, die ein Einkommen oberhalb der Versicherungsgrenze von jährlich 49.950 Euro haben. Und diese Grenze muss seit dem 02.02.2007 in drei aufeinander folgenden Jahren überschritten worden sein. Liegt das Einkommen darunter, sind sie Pflichtmitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung. Allerdings können auch pflichtversicherte Arbeitnehmer ihren Krankenversicherungsschutz mit einer privaten Zusatzversicherung verbessern.
Auch Kinder und Ehepartner profitieren
Wer durch die jährlich ansteigende Versicherungspflichtgrenze eigentlich in eine gesetzliche Krankenversicherung wechseln müsste, kann sich aber dennoch innerhalb von drei Monaten durch die gesetzliche Kasse von der Versicherungspflicht befreien lassen.
Wer den Beamtenstatus erhält, bekommt auch eine Beihilfe zu den Kosten, die bei Krankheiten anfallen. Die Beihilfevorschriften des Bundes und der meisten Länder decken die Beihilfe für die Versicherten selbst zu 50 Prozent ab, im Ruhestand sind es dann 70 Prozent der Aufwendungen. Außerdem werden auch die Kosten bei Krankheiten von Ehepartnern zu 70 Prozent abgedeckt sowie die von Kindern zu 80 Prozent. Richter, Beamte auf Probe, Ruhestandsbeamte und Richter sind im Ruhestand zu Beihilfen berechtigt und auch Hinterbliebene dieser Berufstände können sich privat versichern.
Zunächst einmal unterliegen alle Studenten mit Beginn ihres Studiums der gesetzlichen Versicherungspflicht. Studenten und Ärzte im Praktikum können sich von der Pflicht befreien lassen – wenn sie das in den ersten drei Monaten ihres Studiums tun. Für Studenten hat die private Versicherung den Vorteil, dass die Höhe des Beitrages nicht vom Alter und der Anzahl der Semester anhängig ist. So lohnt sich eine private Versicherung (Infos unter studenten-pkv.de) besonders für ältere Studenten oder solche mit hoher Semesterzahl. Denn in in solchen Fällen steigt der Beitragssatz bei der gesetzlichen Krankenversicherung rapide – mit monatlich 140 Euro muss ein Hochschüler rechnen. Bei privaten Anbietern hingegen ist ein Satz unter 100 Euro möglich.
Kosten hängen auch an der familiären Situation
Vorteil einer Privaten Krankenversicherung ist die Kostenstruktur, die auf den Patienten bezogen ist. Bei den gesetzlichen Versicherern sind Leistungen dem sozialen Gedanken verpflichtet und haben deshalb einheitliche Sätze. Das hat zur Folge, dass hier deutlich weniger Leistungen abgedeckt sind als bei den privaten Konkurrenten.
Bei der Wahl ist auch die familiäre Situation zu berücksichtigen. Denn für Singles ist die private Variante oftmals lohnend. Mit Kind wird die Versicherung aber dann schon deutlich teuer als die gesetzliche Alternative, da in letzterer bereits viele Vorsorgeuntersuchungen für Kinder enthalten sind.